Vorheriger Vorschlag

Analytische Kontrolle des Gesamtstickstoffs in Agrarflächen zur Erstellung eines Düngeplanes

Diese Maßnahme betrifft die Aufnahme des Ist-Zustandes des Stickstoff im Bodens und Wasser. Der Fokus soll auf einer bedarfsgerechten Düngung auf Grund der Analytik liegen, um somit unnötige Stickstoffeinbringung vermeiden.

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Bundesgesetz zur Ausweitung der Nutzfläche pro Nutztier für die Verringerung der Nitratbelastung

Ziel ist es, den Tierbestand / die Massentierhaltung zu verringern durch eine Vergrößerung der Nutzfläche pro Nutztier (Kuh, Schaf, Schwein, Huhn, Gans, etc…). Eine Flächenbindung verringert die Anzahl der Tiere pro Nutzfläche. Somit soll sich die Stickstoffbelastung verringern.

Wen betrifft die Maßnahme?
Direkt betroffen davon sind alle Tierhalter und Landwirte.

Wo wird die Maßnahme umgesetzt?
Das Bundesgesetzt gilt für alle Landwirte im gesamten Bundesgebiet

Wie wird die Maßnahme umgesetzt?

  • Das Bundesgesetz richtet eine 5-jährige Übergangsfrist ein. Reguliert wird mit Festlegung eines Stichtages und Strafzahlungen. Einschränkung des Zukaufs innerhalb der Übergangsfrist.
  • Engmaschige Kontrolle (jährlich) durch die zuständigen Landesämter für Landwirtschaft und Umwelt
  • Es muss ausgewiesen werden, dass die Nutzfläche ausschließlich für die Tierhaltung genutzt wird.

Welche Bedenken gibt es?

  • Keine Gewährleistung für ökologische Landwirtschaft
  • Voraussichtliche Benachteiligung kleiner Landwirtschaftsbetriebe
  • Zukauf von Flächen, große Bauern kaufen Flächen von kleinen Bauern auf
  • Nebeneffekt: größere Flächen führen zu längeren Transportwegen
  • Preissteigerung für tierische Produkte geht zu Lasten des Verbrauchers
  • Preissteigerung führt zu höherer Konkurrenz aus dem günstigeren Ausland

Welche Wechselwirkungen gibt es?
Konformität zu EU-Gesetz
Bildungskampagne: Die Verbraucher müssen zu ihrem Konsumverhalten und den Auswirkungen aufgeklärt werden.

Erste Einschätzung des Forschungsinstituts adelphi:

Das unabhängige Forschungsinstitut adelphi hat den Vorschlag in Bezug auf Effektivität, Effizienz, Kosten sowie juristische und technische Umsetzbarkeit analysiert und Ansätze für eine Präzisierung der Maßnahme beschrieben. Diese geben Orientierung für eine Einordnung der Maßnahme im Gesamtkontext der Stickstoffminderung.

Diese Maßnahme kann direkt zur Reduktion von Stickstoff in der Landwirtschaft führen. Durch eine geringere Anzahl von Tieren pro Fläche sinkt auch der entstehende Wirtschaftsdünger (Gülle) oder wird in der Fläche so umverteilt, dass er effektiver genutzt wird.

Die Maßnahme ist auch unter den Schlagwörtern Flächenbindung und Bestandsobergrenzen bereits diskutiert worden. Eine solche Flächenbindung bedeutet, dass ein landwirtschaftlicher Betrieb nachweisen muss, dass er so viel Fläche besitzt oder gepachtet hat, dass er das gesamte Futter für seine Tiere damit erzeugen und deren Gülle dort ausbringen kann. So wird der Nährstoffkreislauf geschlossen und der Stickstoffaustrag vermindert. Im Biolandbau wird dieses Prinzip bereits angewandt.

Um die Maßnahme umsetzen zu können, muss eine Obergrenze für den Tierbestand festgelegt werden. Diese wurde hier noch nicht ausgestaltet, könnte sich aber an der des ökologischen Landbaus orientieren, die bei zwei sogenannten Großvieheinheiten pro Hektar liegt. Dies entspricht zwei Kühen, oder alternativ zehn schlachtreifen Schweinen oder 666 Masthähnchen pro Hektar. Zudem müssten weitere Details festgelegt werden. Hierzu gehören, wie weit Pachtflächen zur Gülleausbringung vom Hof entfernt sein dürfen, und an welcher Stelle die Flächenbindung rechtlich verankert wird.

Grundsätzlich ist dies eine Maßnahme mit hoher Wirksamkeit. Es sollten jedoch regionale Unterschiede und standortspezifische Bedingungen wie beispielsweise die Bodenbeschaffenheit berücksichtigt werden. Diese Faktoren bestimmen dann auch das Preis-Leistungs-Verhältnis, was grundsätzlich als mittel einzuschätzen ist. Gleiches gilt für den technisch-bürokratischen Aufwand.

Falls Sie mehr zu diesem Thema wissen möchten, finden Sie hier neben einem Artikel zur Flächenbindung (ab S. 20) auch viele weitere Fakten zur den Umweltauswirkungen der Nutztierhaltung.

Sie können diesen Maßnahmenvorschlag im Folgenden mit einer 5-Sterne-Skala bewerten: Wie wichtig ist es Ihnen, dass die Maßnahme umgesetzt wird?

***** Mir ist es sehr wichtig, dass diese Maßnahme umgesetzt wird.

**** Mir ist es wichtig, dass diese Maßnahme umgesetzt wird.

*** Ich stehe der Umsetzung der Maßnahme neutral gegenüber.

** Ich halte die Umsetzung der Maßnahme für nachrangig.

* Ich halte die Umsetzung der Maßnahme für irrelevant.

Kommentare

Wie schon an anderer Stelle beschrieben, ist eine Obergrenze des Tierbestandes ein starkes Mittel zur Umweltentlastung und zudem bei entsprechenden Stallflächen positiv im Sinne von Tierwohl.

Guter Antrag!

Aber dann muss bitte für jeden Tierhalter das selbe gelten, auch für den privaten Hühnerhalter, Pferdehalter usw.

Fleisch teurer machen einerseits und andererseits die Herstellungskosten durch Auflagen erhöhen. Das könnte meiner Meinung nach den Fleischverbrauch senken und damit gut sein für die Stickstoffbilanz