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Umsetzungsberater (m/w/d) für wirtschaftliche und umweltschonende Fruchtgewinnung

Bei dieser Maßnahme geht es um die Unterstützung der Landwirte und Landwirtinnen. Ein Umsetzungsberater (m/w/d) soll dabei unterstützen, ein gesundes allgemein akzeptiertes landwirtschaftliches System aufzubauen.

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Lenkungssteuer für Stickstoff über die Hofbilanz

Die Hofbilanz, die bisher über ein Hofbuch dokumentiert wird, soll erweitert werden im Sinne von Erfassung des zu viel (oder vielleicht sogar weniger) ausgebrachten Stickstoffs (Gülle). Dieser soll anhand einer Lenksteuer besteuert werden. Es soll nach dem Verursacher-Prinzips versteuert werden.

Wen betrifft die Maßnahme?

  • alle landwirtschaftlichen Betriebe
  • Bund

Wo wird die Maßnahme umgesetzt?
Die Umsetzung erfolgt direkt an den Höfen.

Wie wird die Maßnahme umgesetzt?
Das Hofbuch soll von übergeordneter Verwaltungseben kontrolliert werden und wird somit transparent. Bisherige Unstimmigkeiten werden sichtbar gemacht. Ein Zuviel, bzw. Geringeres Ausbringen der stickstoffbelasteten Gülle schlägt sich in einer höheren Besteuerung nieder. Dabei können auch geringe Gülleausbringung Steueranreize schaffen.

Welche Bedenken gibt es?

  • Die Überprüfung könnte sich schwierig gestalten.
  • Zusätzlicher Aufwand und Kontrolle verärgert Landwirte.
  • Höhere Kosten durch mehr Bürokratie, damit mehr Kosten für Verbraucher
  • Da die Maßnahme auf Bundesebene und nicht global greift, sind die Landwirte eventuell nicht mehr wettbewerbsfähig

Welche Wechselwirkungen gibt es?
Die Kontrolle wird von geschulten Kontrolleuren ausgeübt. Ein neues Berufsbild kann geschaffen werden.

Erste Einschätzung des Forschungsinstituts adelphi:

Das unabhängige Forschungsinstitut adelphi hat den Vorschlag in Bezug auf Effektivität, Effizienz, Kosten sowie juristische und technische Umsetzbarkeit analysiert und Ansätze für eine Präzisierung der Maßnahme beschrieben. Diese geben Orientierung für eine Einordnung der Maßnahme im Gesamtkontext der Stickstoffminderung.

Diese Maßnahme kann zu einer direkten Reduktion von Stickstoffemissionen in der Landwirtschaft führen. In dem eine Abgabe auf die Überschüsse gezahlt werden muss, entsteht ein finanzieller Anreiz zu einem sparsameren Einsatz von Düngemitteln. Sie gibt auch Anreize die Tierhaltung besser auf die Fläche zu verteilen.

Die Maßnahme ist auch unter dem Schlagwort der Stickstoffüberschussabgabe bereits in der politischen Diskussion. Voraussetzung zur Besteuerung von Überschüssen ist eine Bilanzierung, bei der der gesamte Nährstoffinput (Mineraldünger, Futtermittel, organischer Dünger, Nutztiere und Saatgut) dem Nährstoffoutput (Verkauf pflanzlicher und tierischer Produkte und sonstiger Nährstoffausträge) gegenübergestellt wird. Die Bezugsebene, die hier für die Maßnahme genannt wird, ist die Hoftorbilanz, also der gesamte landwirtschaftliche Betrieb. Eine solche Bilanzierung bedeutet Aufwand für die Landwirt*innen. Diese sind allerdings im Rahmen der Düngeverordnung und der ab 2018 geltenden Stoffstrombilanzverordnung ohnehin zu einer der Hoftorbilanz ähnlichen Berechnung verpflichtet, sodass eine Besteuerung auf Basis dieser Bilanzierungen keinen Mehraufwand mehr darstellt.

Bei einer ausreichenden Höhe der Abgabe kann von einer hohen Wirksamkeit ausgegangen werden. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird als günstig, der technisch-bürokratische Aufwand wird als gering bis mittel eingeschätzt.

Wenn Sie sich weiter in das Thema einlesen wollen, finden Sie beispielsweise in der Studie des WWF einen Vergleich verschiedener Varianten der möglichen Besteuerung von Stickstoff.

Sie können diesen Maßnahmenvorschlag im Folgenden mit einer 5-Sterne-Skala bewerten: Wie wichtig ist es Ihnen, dass die Maßnahme umgesetzt wird?

***** Mir ist es sehr wichtig, dass diese Maßnahme umgesetzt wird.

**** Mir ist es wichtig, dass diese Maßnahme umgesetzt wird.

*** Ich stehe der Umsetzung der Maßnahme neutral gegenüber.

** Ich halte die Umsetzung der Maßnahme für nachrangig.

* Ich halte die Umsetzung der Maßnahme für irrelevant.

Kommentare

gute Idee

Ein neues Berufsfeld ist unnötig. Die heutigen Bauern sind gut geschult und wissen was sie tun ;-) . Es müssen nur die derzeitig geltenden Gesetze und Verordungen umgesetzt werden.

Durch die Nährstoffbilanz wird scho ein zuviel oder zuwenig Stickstoff errechnet. Bei zuviel Stickstoff muss der Landwirt schon zahlen, also ist es unnötig die Landwirte noch mehr zu belasten.

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass die Analytik auf dem gesamten Eintragspfad bis ins Grundwasser ohne großen Aufwand erhoben und auch verständlich vermittelt werden kann, um eine akzeptable und gerechte Besteuerung zu erreichen.