Vorheriger Vorschlag

Lenkungssteuer für Stickstoff über die Hofbilanz

Die Hofbilanz, die bisher über ein Hofbuch dokumentiert wird, soll erweitert werden im Sinne von Erfassung des zu viel (oder vielleicht sogar weniger) ausgebrachten Stickstoffs (Gülle). Dieser soll anhand einer Lenksteuer besteuert werden.

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Nächster Vorschlag

Analytische Kontrolle des Gesamtstickstoffs in Agrarflächen zur Erstellung eines Düngeplanes

Diese Maßnahme betrifft die Aufnahme des Ist-Zustandes des Stickstoff im Bodens und Wasser. Der Fokus soll auf einer bedarfsgerechten Düngung auf Grund der Analytik liegen, um somit unnötige Stickstoffeinbringung vermeiden.

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Umsetzungsberater (m/w/d) für wirtschaftliche und umweltschonende Fruchtgewinnung

Bei dieser Maßnahme geht es um die Unterstützung der Landwirte und Landwirtinnen. Ein Umsetzungsberater (m/w/d) soll dabei unterstützen, ein gesundes allgemein akzeptiertes landwirtschaftliches System aufzubauen.

Wen betrifft die Maßnahme?

  • Berufsgenossenschaften
  • Regierungspräsidium
  • Analytiklabore
  • Landwirte

Wo wird die Maßnahme umgesetzt?

  • Berufsakademien
  • Fachschule
  • Fachhochschulen

Wie wird die Maßnahme umgesetzt?

  • Schaffung eines speziellen Studiengangs
  • Oder einer Zusatzqualifikation mit landwirtschaftlichem Hintergrund

Welche Bedenken gibt es?

  • Lobbyismus durch Verbände
  • Akzeptanz muss geschaffen werden
  • Geeignete Interessenten müssen gefunden werden

Welche Wechselwirkungen gibt es?

  • Berufe mit ähnlichen Inhalten geben Kompetenzen ab

Erste Einschätzung des Forschungsinstituts adelphi:

Das unabhängige Forschungsinstitut adelphi hat den Vorschlag in Bezug auf Effektivität, Effizienz, Kosten sowie juristische und technische Umsetzbarkeit analysiert und Ansätze für eine Präzisierung der Maßnahme beschrieben. Diese geben Orientierung für eine Einordnung der Maßnahme im Gesamtkontext der Stickstoffminderung.

Diese Maßnahme kann indirekt zu einer Reduktion von Stickstoffemissionen in der Landwirtschaft führen. Sie könnte zur Ergänzung anderer Maßnahmen wie Richtlinien und Fördermaßnahmen genutzt werden. Eine Beratung von Landwirt*innen zu Techniken einer umweltschonenden Landwirtschaft kann zielführend sein - es müsste allerdings noch näher ausgeführt bzw. untersucht werden, wie sich diese Maßnahme in das bereits recht komplexe System der landwirtschaftlichen Beratung einfügt, welches den Landwirten bereits zur Verfügung steht.

Falls Sie sich weiter in die Thematik einlesen möchten, gibt dieser Artikel eine Übersicht.

Die Wirksamkeit hängt von der genauen Ausgestaltung ab, ist aber als eher niedrig einzuschätzen. Gleiches gilt für das Preis-Leistungs-Verhältnis. Der technische Aufwand ist gering, der administrative bewegt sich auf mittlerem Niveau.

Sie können diesen Maßnahmenvorschlag im Folgenden mit einer 5-Sterne-Skala bewerten: Wie wichtig ist es Ihnen, dass die Maßnahme umgesetzt wird?

***** Mir ist es sehr wichtig, dass diese Maßnahme umgesetzt wird.

**** Mir ist es wichtig, dass diese Maßnahme umgesetzt wird.

*** Ich stehe der Umsetzung der Maßnahme neutral gegenüber.

** Ich halte die Umsetzung der Maßnahme für nachrangig.

* Ich halte die Umsetzung der Maßnahme für irrelevant.

Kommentare

Die heutigen Bauern sind zum Teil studierte Agrarökonomen. Noch einen "Fremden" mehr auf dem Hof und noch mehr Bürokratie hilft weder dem Bauern noch der Umwelt

Die Landwirte sind gut ausgebildet und bilden sich durch Fortbildungsmaßnahmen weiter. Mehr Berater sind nicht nötig!

Da die Stoffstrombilanzverordnung ohnehin eine der Hoftorbilanz ähnliche Berechnung fordert, sollte mit der hier angesprochenen Maßnahme eine Hilfestellung für die Landwirtschaft gegeben werden. Insbesondere dann, wenn aus der Hoftorbilanz eine Lenkungssteuer resultieren sollte.

Hallo,
ich bin einer der Verfasser des Vorschlages und zumindest für mich hat er Gründe zu deren Erläuterung ich ein wenig ausholen will: Ich betreibe eine Schreinerei und sehe Parallelen zur Situation in meinem Gewerk vor 30 Jahren und der Landwirtschaft heute. In der Schreinerei früher war das Arbeiten wegen Lärm, gefährlicher Werkzeuge und Chemikalien lebensgefährlich und umweltschädlich. Mehrere meiner früheren Kollegen haben das Rentenalter wegen Lärm/Erschütterungsbedingten Herzinfarkten oder Krankheiten die aus Lackieren ohne ausreichende Schutzmaßnahmen resultiern nicht erreicht. Andere waren wegen Verstümmelungen berufsunfähig und Böden im Garten vor der Werkstatt sind bei einigen Sondermüll, weil Altlackentsorgung Geld kosten würde. Dabei waren alle beteiligten sehr gut ausgebildet und wussten was sie machen. Aber die Angestellten fanden Sicherheitsmaßnamen lästig und Chef hat lieber die Produktionsfläche erhöht als in eine Lackieranlage mit Absaugung und Filter zu investieren oder sicheres Werkzeug zu kaufen.
Das war so, bevor die Berufsgenossenschaft aufgetreten ist. Diese hat nie einfach nur diktiert sondern realistische Fristen gesetz, ernstgemeinte Hilfe angeboten und gleichzeitig an den Berufsschulen aufgeklärt. Während vor einer Generation die BG-Mitarbeiter noch teilweise mit dem Knüppel vom Hof vertieben wurden und mit Polizeischutz wieder kommen mussten wird von meiner Generation die BG als Partner der mir hilft Produktionsabläufe effizient und sicher zu gestalten begriffen. Da gibt es eine Abteilung an die ich mich wenden kann, dort arbeiten Meister, Techniker und Ingenieure an die ich mich wenden kann, die mir beratend zur Seite stehen. Und auch wenn ich eigentlich alles weiß was die Berater wissen ist es immer gut eine zweite Expertenmeinung zu hören um dann zu entscheiden. Die meisten meiner Kollegen sehen das mittlerweile auch so. Resultat: Drastisch weniger Tote, arbeitsunfähige, Umweltschäden und Arbeitsunfälle.

Tja, die Landwirte wissen ja, wie meine Kollegen älteren schlags auch was sie machen. Aber in der Jetztzeit gab es bei den Jüngeren ein Paradigmenwechsel und der ist zielführend. Das klappt in der Landwirtschaft auch. Und auch dort durch Aufklärung und ernstgemeinte Hilfestellung (die auch ernsthaft Zeit spart) wo doch alle schon alles wissen. Das ist nur leider keine sofort wirksam Maßnahme. Nur Gestze und Verordnungen ohne Hilfe und Perspektive durchprügeln verhärtet Fronten so stark, daß sie niemals aufweichen.

Noch kurz zum Agrarökonom: Das sind die Landwirte wirklich nur zum Teil. Hier in der Süddeutschen Mittelgebirgsregion in der es weniger große zusammenhängende Flächen gibt ist das anders. Da haben die wenigsten studiert und es gibt tatsächlich auch noch Nebenerwerbslandwirte.

Gruß,
Helmut Moskalewski