Nächster Vorschlag

Autofreier Sonntag in der Stadt

Diese Maßnahme möchte das Bewusstseins für Alternativen in der Mobilität stärken.

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365 € für 365 Tage ÖPNV (Wiener Modell)

Bei dieser Maßnahme wird ein günstiges Jahresticket in Städten/Kommunen (z.B. Verkehrsverbund wie VRR, Städteverbünde (z.B. Weimar-Jena-Erfurt, Berlin + Speckgürtel) vorgeschlagen.
Damit soll die Nutzung des ÖPNV erhöht und dadurch der PKW-Verkehr und damit Emissionen und Schadstoffe verringert werden.

Wen betrifft die Maßnahme?
Momentane und zukünftige ÖPNV-Nutzer/innen

Wo wird die Maßnahme umgesetzt?
Städte/Kommunen (z.B. Verkehrsverbund wie VRR, Städteverbund z.B. Weimar-Jena-Erfurt, Berlin + Speckgürtel)

Wie wird die Maßnahme umgesetzt?
a) Erhöhung der Preise für Einzeltickets
b) Subventionen, falls sich Ticket nicht von allein trägt (Beispiel Wien?)

Welche Bedenken gibt es?

  • Überbelastung des ÖPNV
  • Grenzen des Gültigkeitsbereichs (Anbindung ländlicher Raum?)

Welche Wechselwirkungen gibt es?

  • Ausbau ÖPNV-Netz erforderlich um zusätzliche Belastung zu kompensieren
  • Attraktivitätssteigerung durch Kombination mit der Maßnahme Netzausbau

Erste Einschätzung des Forschungsinstituts adelphi:

Das unabhängige Forschungsinstitut adelphi hat den Vorschlag in Bezug auf Effektivität, Effizienz, Kosten sowie juristische und technische Umsetzbarkeit analysiert und Ansätze für eine Präzisierung der Maßnahme beschrieben. Diese geben Orientierung für eine Einordnung der Maßnahme im Gesamtkontext der Stickstoffminderung.

Diese Maßnahme kann indirekt zur Reduktion von Stickstoffemissionen führen, in diesem Fall Stickoxide (NOX). Aufgeführt wird ein Instrument – ein Pauschalbetrag zur Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs zum Preis von 365 Euro jährlich. Die Maßnahme bezieht sich auf ein bestehendes System der Stadt Wien. Die Idee eines 365-Euro-Jahresfahrscheins wird auch in zahlreichen deutschen Städten diskutiert.

Festzulegen wäre noch, in welchen Städten sie eingeführt werden sollte. Gibt es beispielsweise eine bestimmte Städtegröße bzw. Einwohner*innen-Zahl?

Die Wirksamkeit der Maßnahme ist zentral davon abhängig, wie viele Personen von anderen Verkehrsmitteln auf den öffentlichen Verkehr umsteigen. In Wien beispielsweise hat sich die Anzahl der verkauften Jahrestickets nach der Einführung im Jahr 2012 bis zum Jahr 2018 verdoppelt. Zur Reduktion von Stickoxidemissionen gibt es bisher keine Angaben. Insgesamt kann die Wirksamkeit der Maßnahme als eher niedrig bewertet werden. Hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses ist die Maßnahme als eher ungünstig einzuschätzen. Der technisch-bürokratische Aufwand der Maßnahme ist gering.

Sie können diesen Maßnahmenvorschlag im Folgenden mit einer 5-Sterne-Skala bewerten: Wie wichtig ist es Ihnen, dass die Maßnahme umgesetzt wird?

***** Mir ist es sehr wichtig, dass diese Maßnahme umgesetzt wird.

**** Mir ist es wichtig, dass diese Maßnahme umgesetzt wird.

*** Ich stehe der Umsetzung der Maßnahme neutral gegenüber.

** Ich halte die Umsetzung der Maßnahme für nachrangig.

* Ich halte die Umsetzung der Maßnahme für irrelevant.

 

Kommentare

Nur bei günstigen ÖPNV-Preise und gleichzeitiger Verbesserung von Taktung und besserer Anbindung unattraktiver Strecken sind die Voraussetzung für die Reduzierung des Individualverkehrs. Mit dem Auto werden im Durchschitt etwa 12.000 km im Jahr zurückgelegt. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h entspricht dies einer Nutzzeit von 2 %!!!!!!!!

Alternativ zum Jahresticket finde ich Stadt-Tagestickets für eine oder 2 Personen wichtig, um die kurzen Einkaufsfahrten, die aber nicht täglich stattfinden, ohne Auto zu erleichtern. Damit könnte man z.B. Samstags deutlich den Innenstadtverkehr reduzieren.

Auf dem Land klappt das leider überhaupt nicht! Die unzähligen Pendler haben aufgrund von mangelnden Alternativen keine Wahl. Der ÖPNV muss daher massiv ausgebaut und so angelegt werden, das er eine echte Alternative ist. Derzeit fallen bei der DB ständig Züge aus oder sind völlig überfüllt. Ich selber fahre mit dem Auto an den Stadtrand, um dann in den ÖPNV umzusteigen. Besser wäre natürlich gleich von zu Hause in den ÖPNV.

Diese Maßnahme muss einher gehen mit dem Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs. Neben dem ist das größte Problem der Umgang mit dem ländlichen Bereich. Haben nicht Städter dann weniger Rechte bzw. ist die Subvention dann Wohnortabhängig?

Wie wäre es mit einem Deutschland Modell? Mal ehrlich das System läuft doch in Wien super auch andere Städte gehen den selben weg, aber wäre es nicht Zeit für etwas gewagteres? Es macht doch viel mehr Sinn den gesammelten ÖPNV in Deutschland mit einem Ticket Nutzen zu können. Auch wenn das N in ÖPNV nah bedeutet, pendeln sehr viel Bürger in andere Städte um zu Arbeiten. Es ist nicht nur ein Vorteil für die Arbeitswelt, auch Profitieren Schüler und Studenten sowie Sozialbenachteiligte Bürger.
Dabei soll die Kontrolle und Verantwortung bei den Kommunen bzw. Verkehrsverbunden bleiben , dass Geld soll vom Bund durch Steuerumverteilung und eine allgemeine Abgabe der Bürger, finanziert werden. Es bringt Deutschland mehr Flexibilität in der Mobilität.

Der ÖPNV wird attraktiver, wenn die Preise gesenkt werden, die effektive Geschwindigkeit erhöht wird (von Start bis Ziel), und die Netze ausgebaut werden.

Dass heute Pendeln mit dem Auto oft billiger ist als mit dem ÖPNV geht eigentlich nicht. Hier muss dringend gegengesteuert werden.